Meins!

 

Eifersucht kann zwar heftig sein in einer Beziehung – doch möchte ich hier wohlbemerkt nicht über die ‚normalen Eifersüchteleien‘ sprechen, sondern über die, die du oder dein Partner durch Besitzansprüche haben. Machen wir einen Schritt zur Seite, raus aus unserer kleinen Welt, dann ist unser «Daseinsziels», unsere höchste Intention, frei zu sein. Als freie Menschen können wir Verbindungen mit anderen Seelen eingehen, das Zusammensein suchen, möchten uns aber auch wieder lösen können, uns entwickeln.  

Woher aber kommen die anderen, uns auch einschränkenden Gefühle? Viele von uns kommen aus einem Zuhause, in welchem Menschen nicht verlässlich waren. Sie waren nicht da, wenn wir sie brauchten, oder haben uns sogar verlassen. Auch war die Liebe meistens an Bedingungen geknüpft: Waren wir brav, gab es Liebe, waren wir es vermeintlich nicht, wurde sie uns entzogen.

Wir lernten auch, dass Liebe an Besitz gebunden ist – insbesondere in finanzieller und emotionaler Relation. Diese Abhängigkeit kann eine vermeintliche Sicherheit vermitteln. Und so reagieren wir eifersüchtig, versuchen unseren Partner zu kontrollieren und so weiter.

Und so zieht sich das alles hin bis ins Erwachsenenalter: Haben wir jemanden gefunden, versuchen wir ihn festzuhalten; ja, wir setzen uns förmlich drauf! Versuchen den Menschen einzusperren, und alles von ihm fernzuhalten, damit dieser ja nicht auf komische Ideen kommt. Oder benehmen uns so unmöglich, da wir sowieso davon ausgehen, dass unser Partner uns verlässt. Oder aber wir sind so überangepasst, da wir denken, dass wir sonst verlassen werden, und sagen nicht, was wir denken oder fühlen.

Der Grund für solches Verhalten ist Angst. Angst vor Einsamkeit, dem Alleinsein, dem Gefühl, nicht zu bewältigen können, was das Leben von einem verlangt, nicht liebenswert zu sein. Und solche Ängste haben grossen Einfluss auf unser Verhalten unserem Partner gegenüber. Egal, ob man Angst hat davor, nicht geliebt zu werden, oder dass der Partner einen früher oder später verlassen wird: Mit dem eigenen – subtilen oder weniger subtilen – Verhalten steuert man immer mehr auf eine sich selbst erfüllende Prophezeiung zu. Um diesen Kreis zu durchbrechen, ist es wichtig, dass man sich genau beobachtet und reflektiert, ob man mit einem solchen Benehmen gerne sein eigener Partner wäre.

Es ist zentral, dass man lernt, seine Ängste auszuhalten und zu regulieren. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan, aber: Wenn man Angst hat, spannt man sich an. Und es gibt sehr viele Übungen, welche helfen, sich bei Anspannung zu beruhigen und tief zu atmen, um diese lösen. Ich persönlich finde es aber sehr schwierig, in solchen Momenten durchzuatmen und loszulassen. Deshalb mache ich jeweils das Gegenteil: Ich spanne meine Muskeln noch mehr an, halte diese Anspannung bewusst zwei Minuten lang, um danach den ganzen Körper loszulassen.

Vielleicht habt ihr auch noch ein paar gute Tipps?