"Pussy Slapping" - O! M! G!

Ein neuer Trend macht die Runde, wie watson.ch gestern titelte. "Slap her the pussy" - was soll jetzt das schon wieder?

Bei Jugendlichen ist naturgemäss die Sexualität resp. die Entdeckung ebendieser mega ein Thema. Daher kommen sie auch immer wieder auf neue Ideen, was sie mit ihrem Geschlecht machen können. Dazu gibt es nichts einzuwenden, gehört das doch zur sexuellen Entwicklung dazu.

Eine junge Frau sollte aber unbedingt lernen, dass sie auch nein sagen kann und sich nicht einem Gruppendruck biegen muss - insbesondere bei solchen Trends.

Keine Lust auf Sex! – Und jetzt??

Er kann in den besten Beziehungen vorkommen, der „Alles-läuft-suuuper-aber-im-Moment-haben-wir-nicht-so-Lust-auf-Sex“-Zustand. Es gibt Zeiten in der Beziehung, wo das Bett lediglich dem Schlaf vorbehalten ist und der Beischlaf auch nicht woanders, sondern schlicht gar nicht stattfindet. Das wird dann zuhause zwar selten thematisiert, aber da dies verglichen mit den Schweizer Bett-Studien und Beischlaf-Statistiken als total abnormal wahrgenommen wird, begleitet das Thema dann doch niederschwellig durch den Alltag.

Ist sie denn ein Problem, diese intime Ruhe? – Ja und Nein, denn: es kommt sehr darauf an, wie häufig dieser Zustand vorkommt. Hat man einmal keine Lust, ist das gar kein Problem. Aber wenn man in eine Phase kommt, in welcher die Lustlosigkeit vorherrschend bleibt, wird sie irgendwann (bald) zum Normalzustand. Und einem Normalzustand zu entkommen, ist wesentlich schwieriger.

Es gibt natürlich eine gewisse Latenzzeit, in welcher man diesen Zustand akzeptieren kann und auch sollte. Denn in einer Beziehung müsste es auch drin liegen, dass es nicht immer in demselben Rhythmus läuft mit dem Sex – so wie auch anderes nicht immer denselben Charakter hat. Aber sobald man merkt, dass es normal geworden ist, keinen Sex mehr miteinander zu haben, dann sollte man sich an der Nase nehmen und beginnen, daran zu arbeiten, und zwar so: Indem man auch mal Sex hat, wenn einem nicht so wahnsinnig danach ist. Mindestens um der Sache Vorschub zu leisten, dass der Hunger ja beim Essen kommen könnte. Ein Vergleich: Manchmal passiert es mir, dass ich überhaupt keine Lust habe gewisse Leute zu sehen, mit welchen ich mich verabredet habe, mich dann aber aufrapple und sie treffe. Und wenn ich ihnen dann gegenüber sitze, mache ich wunderbare Erfahrungen und habe einen super Abend. Und diesen hätte ich ja nicht gehabt, wenn ich mich dazu entschieden hätte, dass, „ach! ich bleibe lieber zuhause und schaue Netflix..“

 

Es liegt also ein Quäntchen Wahrheit im Spruch „Die Lust kommt beim Essen“. Wie ich mich dabei verhalte, liegt aber bei mir. Ich kann natürlich mit einem sauren Stein und nach unten gezogenen Mundwinkeln anfangen zu essen – dann kommt der Hunger gewiss nicht. Wenn aber meine Mundwinkel nach oben zeigen und ich probiere, alles Schöne aus dem Essen herauszuschmecken, die verschiedenen Gerüche versuche wahrzunehmen, das Essen versuche zu geniessen, dann ist die Chance relativ gross, dass das Essen auch schmeckt (unter der Bedingung natürlich, dass gut gekocht wurde.. :-)). Sprich: man kann sich entweder auf den Sex einlassen, total versteift, die Beine zusammenklemmend und sagend, dass das ja eh doof ist und ich eigentlich ja sowieso nicht will – dann kommt die Lust selbstverständlich nicht –, oder aber man versucht für zehn Minuten Vollgas zu geben und sich von Kopf bis Fuss darauf einzulassen – dann ist die Chance relativ hoch, dass es auch Spass machen wird.

Und wer es dabei schafft, auch für sich selber mehr aus dem Sex zu holen, mehr davon zu profitieren und diesen nicht nur als Gefallen für den Partner anzuschauen, ja der kommt dann irgendwann selbst wieder auf die Idee, Sex haben zu wollen. Um zu diesem Punkt zu kommen, braucht’s aber eine gewisse Regelmässigkeit. Ansonsten bleibt es ein inneres Verhandeln, und die Schwelle, sich auf etwas einzulassen, wird stetig höher. Für all jene, die behaupten, keine Zeit für solche Experimente zu haben, zu guter Letzt wieder mal mein Lieblingstipp: Agenda zücken, Date abmachen. Viel Spass! :-)

Sexuelle Fantasien in der Partnerschaft

Schlafzimmer-Studien sind faszinierend, waren sie schon immer, man kuckt ja gerne über Gartenzäune und vergleicht. Studien über „Wie oft hat der Durchschnittsmensch Sex pro Woche“ sind die Klassiker dabei, und auch ich habe in meiner Lizenziatsarbeit eine gross angelegte Studie zum Sexualverhalten der deutschsprachigen SchweizerInnen durchgeführt, woraus das Schweizer Fernsehen dann sogar einen DOK gemacht hat.

Studien und Statistiken sind äusserst spannend, wenn auch nicht immer sehr repräsentativ. Das sei nun aber mal dahingestellt. Nun, in einer aktuellen Studie zum Thema „Sexuelle Fantasien“ gaben die Hälfte der Frauen und Männer an, sie würden ihre sexuellen Fantasien in ihren Beziehungen nicht ausleben. Dieses Resultat überrascht, aber im Positiven. Ich wäre nämlich, ganz ehrlich, davon ausgegangen, dass weniger ihre Fantasien ausleben.

Dass es gewiss nicht mehr sind, ist für mich total logisch. Denn: es ist ein sehr einfacher Prozess, welchen die (meisten) Paare durchlaufen. Am Anfang trifft man sich, beide haben ihr sexuelles Erleben, man probiert ganz vieles miteinander aus, und sortiert dann aber sehr schnell aus – aufgrund der Feststellung, dass das eine dem Schatz nicht so sehr gefallen hat, das andere nicht so recht geklappt hat, er dort die Nase gerümpft oder sie da irgendwie eher verstört gekuckt hat. Als liebevoller Partner sondert man automatisch aus, bis man nach rund sechs bis neun Monaten Beziehung auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner gelandet ist – und dort bleibt. Und zwar für ziemlich lange.

 

Bezüglich sexuellen Fantasien verläuft es dann nämlich etwa so: Jedes Mal im Bett (oder anderswo), wenn man denkt, dass jetzt doch eigentlich eine Fantasie hochkäme, die einen reizen würde, dann braucht es extrem viel Mut, diese Dinge beim Namen zu nennen. Denn die Risiken, die mit einer Offenbarung verbunden sind, werden als sehr hoch eingeschätzt, weil das Gegenüber ja negativ reagieren könnte. Viele sagen auch, dass sie Angst hätten, den Partner mit ihrer Fantasie zu schockieren. Man hat ja schliesslich ein Bild von ihr resp. ihm, und die eigene Fantasie würde ja grad gar rein nicht zu diesem Bild passen. Allerdings: nicht jede Fantasie will man leben, und ganz viele Fantasien fühlen sich in der Realität auch ganz anders bis total doof an – diese Fantasien muss man demnach auch gar nicht ansprechen resp. umsetzen.

Oftmals ist das ausbleibende Gespräch aber Ausdruck für das Gefühl sich selbst gegenüber: Man merkt, dass man sich vielleicht ein wenig schräg findet mit dem, womit man fantasiert, ja dass man sich sogar als absurd oder pervers empfindet, so etwas zu wollen. Und genau hier scheitert es – weil man denkt, dass man sich dem anderen ja nicht zumuten könne. Und wenn das Gegenüber dann auch noch negativ reagiert, dann ist sowieso Hopfen und Malz verloren.

 

Nun, wie kommt man aus dieser Zwickmühle heraus? Mit meinem Alleskönner: Der Kommunikation! J Unbedingt ansprechen, sowas! Unbedingt sich zeigen mit seinen Bedürfnissen, auch einfordern, dass man wieder miteinander spielen und ausprobieren will, weil die Sachen auch schiefgehen dürfen – es darf im Bett peinlich sein, und auch mal verkrampft. Das ist total in Ordnung. Sex soll nichts zu Ernstes sein, sondern Spass machen. Und da gehört es auch dazu, dass man über sich selber lachen kann. Aber wenn man den Spielprozess nicht wieder aufnimmt, dann wird es unglaublich langweilig beim Sex, und logischerweise hat man dann früher oder später keine Lust mehr auf diesen langweiligen Sex, und dann – ja, dann blöd. 

„Redet miteinander!“ – Kommunikation in der Beziehung

Es heisst ja immer (und ich betone es auch immer), dass Kommunikation in einer Partnerschaft sehr wichtig ist – man soll ehrlich über die Sachen reden, man soll offen die Schwierigkeiten ansprechen, und man dürfe solches nicht immer rausschieben. Aber mal ehrlich: muss man im Alltag immer über jedes (jedes!) Problem reden und alles in ganzer Länge ausdiskutieren? Oder was heisst den „offene und ehrliche Kommunikation“ in der Partnerschaft?

Vorab: nein, man muss nicht alles zu Ende diskutieren. Und auch wenn jetzt die lesenden Frauen laut aufschreien und die Männer sagen „Gsehsch, das hani doch immer gseit!“, haben beide doch nicht recht. Etwas sollte aber ganz klar sein: Probleme müssen besprochen werden. Das ist quasi ein Gesetz, und davon sollten wir nicht abweichen. Und genau das tun wir aber. Immer und überall. Weil es angenehmer ist. Man sollte als Paar aber durchaus einen Rhythmus finden, bei welchem man sagt, dass man es jetzt einfach mal gemütlich hat miteinander, dass der Alltag und die Organisation von ebendiesem im Vordergrund stehen. Und nicht jeden Moment, den man miteinander hat, nützt, um gerade irgendwas zu bewältigen.

Als Beispiel ein klassisches Thema: Geld. Führt in den meisten Beziehungen zu Problemen. Und jedes Mal, wenn etwas eingekauft wird, gibt es ein grosses Drama. Und jedes Mal, wenn man dann abends auf dem Sofa sitzt und die Kinder endlich schlafen, heisst es dann auch: „Weisch und jetzt müemer doch mitenand redä“. Das macht aber keinen Sinn. Ein wesentlich besseres Vorgehen für solche Themen: Agenda zücken, Termin vereinbaren. Sodass beide dann auch vorbereitet sind, um dieses Thema zu besprechen. So muss der Mann auch nicht dauernd in Hab-Acht-Stellung sein, um seine Mauer hochfahren zu können, sobald das Thema zum Thema werden könnte, und die Frau nicht die ganze Zeit wie ein Luchs warten muss, um dann bäm! in einem solchen Moment auf ihn loszuspringen.

Es gibt wenige Themen, die man unmittelbar thematisieren sollte. Meistens sind dies nämlich nicht unmittelbar lebenswichtige Sachen, die anstehen, sondern Themen, bei welchen sich ein Paar immer wieder in die Haare kriegt. Und genau da reicht es, wenn man ein wenig Druck rausnimmt, indem man sich vorbereitet und Zeit nimmt und das Problem sortiert. Denn um die wirklich wichtigen Dinge zu besprechen, sollten beide Partner unbedingt in der Verfassung sein. Und so soll ein Paar aber auch schöne Zeiten miteinander haben dürfen, auch wenn man weiss, dass es Themen gibt, bei welchen man sich uneins ist.

Fazit: Ich bestehe weiterhin darauf, dass man ehrlich und offen in der Partnerschaft kommunizieren soll. Was genau „ehrlich“ heisst, erzähle ich ein anderes Mal... 

Love me, Tinder, love me true..

Dank der sozialen Medien kann man sich ja auch über Internetplattformen und vor allem über Apps wie Tinder oder Happen kennenlernen. Und wenn man sich dann frisch verliebt hat, braucht man diese Flirt-Apps nicht mehr und kann sie löschen. Sollte man meinen. Offensichtlich gibt es aber einige, die diese Apps auf dem Handy behalten möchten, auch wenn sie nicht mehr Single, sondern in einer Beziehung sind. Das sorgt natürlich für heftige Diskussionen, wenn die Partnerin/der Partner (tendenziell eher die Partnerin...) zufälligerweise davon erfährt. Wenn ein jemand diese App also behält – ob er sie nun weiternutzt oder nicht –, ist die Frage vom Gegenüber nach „wtf soll das eigentlich?!“ sehr berechtigt. Vielleicht geht es darum, dass dieser jemand damit sein Ego pflegt, oder den eigenen Marktwert bestätigt haben möchte, um sich besser zu fühlen? Vielleicht geht es aber auch darum, dass die Angelächelte doch nicht die Wahre ist und der jemand eigentlich auf der Suche nach einer anderen Lösung ist..? Vielleicht findet man ja noch was Besseres.. Der Konflikt ist auf jeden Fall vorprogrammiert, das Vertrauen ziemlich angekratzt.

 

Ist man in einer Beziehung, sollte man sein Konto also unbedingt löschen. Keine Frage. Die Frage ist aber vielmehr, ab wann es eine „Be-zie-hung“ ist (und man also auch auf solche Apps verzichten sollte). Und hier gibt es einen Unterschied, wie Frauen und Männer in Beziehungen einsteigen: Frauen sehen schneller eine Beziehung in einem Flirt, während Männer das Ganze lange etwas unverbindlicher anschauen und auch damit argumentieren. Natürlich macht es auch wenig Sinn, nach wenigen Dates bereits das Gegenüber als Frau oder Mann des Lebens zu bezeichnen. Das schafft einen immensen Druck, der nicht nötig ist, sondern eine Spannung kreiert, die zu heftig ist.

Auch hier gilt also: Kommunizieren. Und zwar am besten offen und ehrlich.